damit fing alles an:
als ich 18 Jahre alt war bekam ich eine Brotschale, zwei Tassen
und zwei Unterteller von meiner Großmutter geschenkt.
Das Geschirr gab mir immer ein Stück Kindheit zurück.
Die vielen Unterschiede in Form, Muster und Farbe haben mich
fasziniert.
Auf Trödelmärkten und bei Haushaltsauflösungen kaufte ich immer wieder ein Teil dazu.
Im Laufe der Jahre war meine Sammlung so
angewachsen, daß ich mich von einem Teil trennen mußte. Viele der neueren Teile habe ich verkauft oder verschenkt.
Ich sammle, hege und pflege nur noch wirklich ältere Teile. Die gesammelten Stücke sind selbstverständlich im
täglichen Gebrauch.
Anhand der Markierungen und der unterschiedlichen Farben und Muster,
versuche ich das Porzellan meiner Sammlung der Manufaktur zuzuordnen und zeitlich
einzugrenzen.
Porzellan mit diesem Dekor wurde im Laufe der Zeit von über
170 Firmen hergestellt, das macht es so vielfältig und interessant.
An den Porzellanmarken auf der Unterseite erkennt man die Manufaktur und die Zeit der
Herstellung.
Die Zuordnung anhand der Symbole ist teilweise sehr schwierig und nicht
immer eindeutig.
Anhand des Dekors kann man ungefähr auf die Zeit schließen, da ganz alte Stücke
handgemalt, später dann bis Anfang des 20. Jahrhunderts nur teilweise handgemalt wurden.
Zum Teil wurde bei Servicen nur ein Teil gemarkt.
Man kann unterscheiden zwischen handgemaltem oder mit Matritzen aufgebrachtem Dekor, um die
Herstellungszeit einzugrenzen.
Ebenfalls hilft die Form bei der Zuordnung.
Leider existiert kein vollständiges Verzeichnis aller verwendeten
Porzellanmarken mit dem dazugehörenden Zeitfenster der Verwendung.
Darüber hinaus ist noch anzumerken, dass auch Porzellan ohne Marke in den Handel gelangte.
Darunter sind vor allem Untertassen, aber
auch Teller, Tassen, Kannen oder Terrinen - jedes Geschirrteil könnte auch ohne
Marke vorkommen.
Auf Gefäßdeckeln befinden sich (generell) keine
Marke/Herstellerzeichen - manchmal immerhin eine Formnummer bzw. ein Formname.
Dies alles erklärt, weshalb zurzeit recht unterschiedliche Angaben zum Alter
der Porzellanmarken in der Literatur kursieren.
Das schöne an diesem Geschirr ist die Vielfalt im Stil und der Zeichnung des Dekors, da es von so vielen Firmen
hergestellt wurde.
Das klassische Zwiebelmuster bezeichnet ein aus gewellten Blätter-, Blütenranken und
zwiebelähnlichen Formen stilisiertes Pflanzendekor in blauer Unterglasurmalerei.
Dieses Dekor wurde um 1738 von dem Meißener Porzellanmaler J. D. Kretschmar entwickelt.
Für diesen Stil diente einst der chinesische Granatapfel als Vorbild.
Es wurde von zahlreichen anderen Manufakturen übernommen.
Das Dekor wurde jedoch nicht von Hand gemalt, sondern mit Schablonen oder im Umdruckverfahren hergestellt.
Tafelgeschirr mit Zwiebelmuster wird auch heute noch produziert.
Bürgerliches Zwiebelmuster bezeichnete man
die einfachere Strohblumenvariante, dessen
charakteristisches Hauptornament aus vier ineinander verschlungenen Kreisen
besteht, die durch einen fünften, kleineren Kreis als Mittelpunkt
blütenförmig zusammengehalten werden. Eingefaßt wird es von strohhalmartigen
Ranken, die in stilisierten Ähren enden.
Eine weitere hieraus entwickelte Form ist das Indisch Blau, das es erst seit ca. 1920 gibt. Hierbei
handelt es sich um ein mit Stempeln oder Gummimatritzen aufgedrucktes Dekor.
In den Niederlanden heißt dieses Muster Blauw Saks - was soviel heißt wie "blauer Sachse",
da zu DDR Zeiten sehr viel dieses Porzellans in die Niederlande exportiert wurde.
lesen Sie auch dazu:
Deutsche Porzellanmarken Von 1710 bis heute
von Robert E. Röntgen
Kurzbeschreibung
Von den Anfängen der Porzellan-Herstellung bis heute: alle Marken der Manufakturen und
Fabriken sowie die Porzellanmaler. Alphabetisch geordnet nach Herstellungsorten,
ist dieser 420 Seiten starke Band ein unverzichtbares Standardwerk für alle
Porzellansammler.
Quelle: Amazon
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